Flechten sind dank ihrer wechselfeuchten Lebensweise typische Bewohner von Extremstandorten mit häufig schwankenden Wasser- und Temperaturverhältnissen. In der nivalen Höhenstufe (z. B. Hochgebirge) gehören sie zu den wichtigsten Primärproduzenten und überwachsen im Laufe der Jahrhunderte Felsflächen der höchsten Alpengipfel. Aber auch in tieferen Lagen trocknen viele Oberflächen so stark aus, dass höhere Pflanzen dort nicht überleben können, beispielsweise auf Mauern, Borke von Bäumen, Totholz und flachgründigen Böden. Überall dort finden Flechten Lebensraum und bilden dank ihrer symbiotischen Lebensweise zwischen einem Pilz- und einem Algen- oder Cyanobakterien-Partner als Primärproduzenten einen wesentlichen Teil der Artenvielfalt und können zudem eine wichtige Rolle in Nahrungsnetzen übernehmen.
Im Vortrag werden interessante Aspekte aus der Ökologie und der Naturschutzbiologie der Flechten vorgestellt.


